Warum ich heute wieder um 18:30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof sein werde:

nach meinen Thügida-Erfahrungen aus Erfurt (ja, genau, Köckert…) erschien mir Bärgida absolut müde und lächerlich und ein Dagegenhalten als vertane Zeit und Aufwertung dieser Gruppe.

Letzte Woche, „nach Chemnitz“, ging ich zum Treffpunkt der Menschen, die sich seit langem jedes Mal trotzdem dieser Aufgabe stellen. Weil ich ehrlich nicht einschätzen konnte, was in Berlin passiert, wer wen mobilisieren kann.
Ich bin nicht gut im Parolenrufen, stellte mich also nach vorn, aber an die Seite.

Es war langweilig, das gleiche Szenario wie wahrscheinlich immer: großer von Polizei freigehaltener Korridor, auf der einen Seite Menschen mit alten Fahnen, auf der anderen Seite Sprechchöre (die auch deshalb laut im Takt gerufen werden, weil vom Protest auf der anderen Seite sonst gar nichts ankommt – nur für den Fall, dass das jemandem noch nicht klar war).

Erschien mir ziemlich sinnlos und verschwendete Energie. Bis neben mir Menschen standen, die sich auf Englisch unterhielten: beide offensichtlich keine Muttersprachler. Der eine erklärte dem anderen, was da los ist/zu sehen ist und versuchte, die Reden und Sprechchöre zu übersetzen. Ich schaltete mich bei einer offen stehenden Frage ins Gespräch ein und versuchte zu erklären.
Die beiden gingen dann weiter und beim Abschied kam ernsthaft der Satz: „Gut, dass ihr da seid, es fühlt sich so besser an“.

Das gebe ich jetzt mal direkt an „die Antifa“ weiter, die sich dort seit Jahren jedes verdammte Mal die Beine in den Bauch steht. Ich stelle mich ab jetzt dazu – Sprechchöre und Fahnen sind immer noch nicht meins, aber zumindest steht dann eine mehr dort. Und vielleicht bekomme ich auf dem Weg heute Abend ja noch irgendwo eine Regenbogenfahne her… den Köckerts nicht den öffentlichen Raum überlassen, darauf kommt es an.

Beitragsnavigation